Bremen kann mehr als Abriss
Horten-/Kaufhof-Gebäude
Erhalt prüfen, Abriss pausieren, Beteiligung stärken — Eure Unterschrift macht den Unterschied.
Petition initiiert von der Architektin Ute Dechantsreiter und unterstützt von Architects for Future Bremen über die Initiative Bremens Zukunft im Bestand.

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Gigantisch, grundsolide, Potential bis übers Dach — und vom Senat zum Abriss bestimmt. Auf Grundlage einer intransparenten Machbarkeitsstudie mit fraglichen Schlussfolgerungen. Ohne Plan, was hier hinterher gebaut werden soll. Ohne Studien dazu, was für die Innenstadt am Besten wäre. Ohne Bürger:innenbefragung. Ohne Euch.
Aber Eure Stimmen werden hier gebraucht, denn Ihr nutzt die Innenstadt täglich. Sie muss für Euch funktionieren; die Dinge möglich machen, die Ihr in Eurem Leben braucht.
Eure Stimme sollt ihr jetzt in einem Beteiligungsprozess erheben können. Aber nur zu der Frage, wie ein neues Gebäude genutzt werden soll. Dazu findet ein sogenannter Qualifikationsprozess statt: Ein Prozess mit sechs ausgewählten Planungsteams, die während zweier Workshops von Euch lernen sollen, um danach die neuen Gebäude zu entwerfen. Eine Fachjury wird über die Gewinner:innen entscheiden.
Solange aber der Abrissbeschluss steht und die Abrissplanung bereits erarbeitet wird, werden die Planungsteams vermutlich nur Neubauten entwerfen: Ein Umbauvorschlag könnte sie allein deswegen disqualifizieren, weil das Kaufhof-Gebäude (Stand jetzt) 2027 zusammen mit den Parkhaus Mitte abgerissen werden soll. Und niemand will sich auf einen Job bewerben, um ihn zu verlieren.
Dabei kann das Gebäude umgebaut werden. Darin sind sich zwei Machbarkeitsstudien einig. Natürlich ist das nicht einfach — hier sind kreative, innovative Entwürfe notwendig. Aber es ist Zeit dafür, denn „so wie immer — einfach neu“ funktioniert nicht mehr — Leerstand in der Innenstadt beweist das ebenso wie die Klimakrise.
Umbau kann uns Bauzeit, jahrelange Störungen in unserem täglichen Leben in der Stadt, das Geld für den Abriss, Lärm, Staub, Ressourcen und die unsichtbaren Folgen für die Umwelt (er)sparen.
Die Ortsgruppe Bremen von Architects for Future unterstützt deswegen die Petition der Architektin Ute Dechantsreiter an die Bremer Bürgerschaft. Und wir brauchen Eurer Unterstützung: Damit wir zusammen gehört werden. Für tiefergreifende Beteiligung. Für die Art von Stadt, die wir brauchen.
Deswegen bittet die Petition die Bürgerschaft zu beschließen:
1. Dass die Abrissplanung ausgesetzt wird, bis die Ergebnisse des Qualifizierungsverfahrens feststehen.
2. Dass die Planungsteams ausdrücklich die Möglichkeit erhalten, entweder einen (Teil-)Erhalt/Umnutzung des bestehenden Gebäudes oder einen Neubau zu entwickeln.
3. Dass eine ehrliche, realistische an die lokalen und regionalen Rahmenbedingungen angepasste Lebenszyklusanalyse (LCA) verpflichtend zur Wettbewerbs-Abgabeleistung zählt, inklusive der beim mechanischen Abriss entstehenden CO₂-Emissionen durch zusätzliche Logistik, Transporte, Maschineneinsatz und Entsorgung der Materialien (nach Modul C).
4. Dass zukünftige gesellschaftliche Schadenskosten durch Treibhausgase aus Abriss und Errichtung mit 880,-€/t CO₂-Äquivalent (nach Umweltbundesamt) bepreist und den Errichtungskosten hinzugerechnet werden müssen.
5. Dass die negativen Effekte der Baumaßnahmen und eines (Teil-)Abrisses auf das Umfeld (z. B. Lärm- und Staubemissionen, Stauzeiten, Umsatzeinbußen) aufgezeigt und in die Jury-Bewertung einbezogen werden.
6. Dass die Bremer:innen zuvor aktiv und transparent über alle Folgen der Baumaßnahmen und eines (Teil-)Abrisses sowie über Auswirkungen und Umweltwirkungen (z. B. Kostenrahmen, Zeithorizont, Emissionen usw.) informiert werden.
7. Dass die Teilnahme an den Workshops des Beteiligungsverfahrens für alle interessierten Bürger:innen sowie sozialen und politischen Interessenvertreter:innen ermöglicht wird — über die bestehende begrenzte Teilnehmendenzahl hinaus.
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Unterstützende Organisationen
Architects for Future Bremen
Unterstützende Personen
Leon Beck, Architects for Future Deutschland; Lena Bergmann, Architects for Future Bremen; Jule Brau, Architects for Future Bremen; Anne-Christin Braun, WÆNDE – Beratung für nachhaltiges Bauen & Gebäudezertifizierungen; Elisabeth Broermann, Hochschulnetzwerk „Gemeinsam für die Bauwende“; Louisa Brüssermann, Architects for Future Bremen; Prof. Dr. Manfred Casties (i.R.), Energieeffizientes Gebäudedesign, Hochschule Coburg; Otto Closs, CURA Architekten; Ute Dechantsreiter, Freischaffende Architektin; Leon Falke, Architects for Future Bremen; Prof. Niklas Fanelsa, M. Sc. Architekt BDA Professor, Technische Universität München; Thea Feenders, Freischaffende Architektin; Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe, Bergische Universität Wuppertal; Prof. Michaela Hoppe, Professur Klimagerechte Architektur, Hochschule Bremen; Prof. Dr. Daniela Konrad, School of Architecture Bremen, Hochschule Bremen; Frida Kopka, Architects for Future Bremen; Dominik Lange, Einfach Einsteigen; Adriana Lemus, Architects for Future Bremen; Nina Möllering, Architects for Future Bremen; Tankred Netzer, Architects for Future Bremen; Klaus Prietzel, BUND Bremen; Marc Ritz, CURA Architekten; Luisa Ropelato, Architects for Future Deutschland; Karen Schäfer, Abrisskollektiv; Prof. Joachim Schultz-Granberg, MSA Münster School of Architecture; Philipp Schürmann, Architekt & Stadtplaner, Lüneburg & Hamburg; Prof. Dr. phil. Alexander Stumm, TH Lübeck; Dr. Almut Wolff, Architektur & Urban Design, Jade Hochschule Oldenburg; Alp Yılmaz, Jade Hochschule Oldenburg.
weitere Unterstützer:innen
in der PetitionMöchtet Ihr diese Initiative öffentlich unterstützen (als Organisation oder Privatperson)?
Schickt uns eine E-Mail an bremen.a4f@gmail.com oder verwendet das Kontaktformular unten.
Warum uns das alle betrifft
Bauintensität und Auswirkungen auf die Innenstadt
Finanzielle Risiken
Klima und Ressourcen
Abriss vernichtet gebundene Ressourcen und „graue Energie“. Erhaltung und Umnutzung schonen dagegen den Ressourcen- und Materialeinsatz. Eine lichtdurchflutete, energetische Fassadensanierung und erneuerbare Wärmeversorgung sind für den CO2-neutralen Betrieb umsetzbar.
Architektonische und städtebauliche Qualität
Nachhaltigkeit und Gemeinwohl
Vertrauen und Mitbestimmung
Kritik
An der Entscheidungsgrundlage für den Abriss
Der Abrissbeschluss stützt sich auf eine Machbarkeitsstudie (2025) ohne Betrachtung von alternativen Nutzungskonzepten, mit fehlender Transparenz und Tiefe der (Bilanzierungs-)Berechnungen, der Kostenannahmen und der Bewertung der Kriterien. Der Senatsbeschluss besitzt daher keine belastbare Entscheidungsgrundlage.
Am Planungsverfahren
Sechs eingeladene Planungsteams entwickeln Wettbewerbsbeiträge, die Gewinner werden von einer Fachjury ausgewählt. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist auf eine begrenzte Personenanzahl limitiert, wodurch der Einfluss der Bevölkerung auf die Diskussion eingeschränkt ist. Damit handelt es sich vorrangig um ein Qualifizierungsverfahren mit begrenzten Beteiligungselementen und nicht um eine stadtweite Debatte über die Zukunft des Ortes.
Häufig gestellte Fragen
Hat die Machbarkeitsstudie nicht ausgesagt, dass Neubau das Beste wäre?
Ja, der „Abschlussbericht“ zu der von BRESTADT beauftragte Machbarkeitsstudie kommt zu diesem Schluss. Wir widersprechen dieser Einschätzung, weil wir bereits die Grundannahmen fraglich finden. So wird zum Beispiel behauptet, dass die großen Geschosshöhen im Gebäude ein Hindernis beim Umbau darstellen und damit die Nutzbarkeit für bestimmte Zwecke einschränken. Dabei ist zu diesem Zeitpunkt nicht einmal klar gewesen, welche konkreten Nutzungen vorgesehen sind. Auch dafür gibt es jetzt erst den Beteiligungsprozess. Andererseits zeigen andere Umbauprojekte, dass gerade die hohen Geschosshöhen Potential bergen. Fotos dieser Projekte werden sogar in der Machbarkeitsstudie gezeigt.
Die Empfehlung des „Abschlussberichtes” stützt sich darüber hinaus auf eine CO2-Bilanzierung und eine Kostenannahme mit fehlender Transparenz und Tiefe der Berechnungen. Wir als A4F meinen: Dies ist keine belastbare Grundlage für eine so tiefgreifende Entscheidung.
Das Gebäude ist hässlich. Warum wollt ihr es erhalten?
Mit „hässlich“ meinst Du wahrscheinlich die Fassade. Obwohl einige Bremer:innen die Fassade nostalgisch finden, sie ist natürlich für die Weiternutzung und Umbau des Gebäudes im Ganzen ungeeignet. Aber die Fassade ist nur „vorgehängt“ und damit abnehmbar. Die dahinterliegende Wand ist nicht lasttragend, kann also vollständig entfernt und somit das Gebäude geöffnet werden. Damit ist der Weg frei für eine moderne Fassade, die dem Gebäude ein neues Gesicht gibt: etwas „Neues“.
Ist das Gebäude nicht marode?
Nein. Darin sind sich die zwei bisher zum Gebäude erstellten Machbarkeitsstudien einig — auch die von der BRESTADT beauftragte Studie, deren „Abschlussbericht“, in dem ein Abriss empfohlen wird, wir als A4F kritisiert haben.
Stahlbeton: Ist das nicht schlecht fürs Klima?
Ja, Beton setzt bei seiner Herstellung und Verarbeitung große Mengen an CO₂ frei. Da die tragende (Stahlbeton-)Struktur des Gebäudes aber bereits gebaut ist, ist das sogar ein Schatz, den wir bewahren sollten: Hierin ist nicht nur viel Material verbaut, sondern auch sogenannte „graue Energien“ gebunden. Würde das Gebäude abgerissen, wäre all diese Energie für immer verloren.
Auf- und Umbauten am Gebäude — wie eine Aufstockung auf dem Dach oder die neue Fassade — können aber zum Beispiel in klimaschonender Holzhybrid-Bauweise ausgeführt werden.
Wäre ein Neubau nicht energetisch besser?
Jein. Ein Umbau kann selten die gleichen energetischen Kennzahlen wie ein optimierter Neubau nach aktuellen Standards erreichen.
Das lässt aber außer Acht, dass für neue Gebäude ein bestehendes abgerissen werden müsste. Dies frisst große Mengen an Energie für Abrissmaschinen und Materialtransporte. Dazu kommt Energie, die für die Produktion von frischem Stahl, Beton und anderen Baumaterialien aufgewendet werden muss. Experten haben berechnet, dass der Neubau eines modernen, energetisch effizienten Gebäudes ungefähr 50% der Energie benötigt, die über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes verbraucht wird. Die Weiternutzung des bestehenden Gebäudes spart diese ein — und kann damit über die zu erwartende weitere Lebenszeit des Gebäudes insgesamt günstiger dastehen als Neubauten.
Ist Abriss immer schlecht?
Nein. Bei einem Gebäude in einem wirklich schlechten Erhaltungszustand, oder einem, das auch nach besten Bemühungen nicht dem Nutzen zuzuführen ist, der benötigt wird, ist ein Abriss womöglich notwendig oder sinnvoll. Wir als A4F folgen aber unserer eigenen Forderung an die Bauindustrie „Hinterfragt Abriss kritisch“: Wir sind der Meinung, dass ein Abriss heutzutage nicht mehr rein wirtschaftlich entschieden werden sollte, wenn sich andere Möglichkeiten bieten. Vielmehr müssen hier alle Facetten der Nachhaltigkeit in die Bewertung mit eingeschlossen werden. Geld, das auf dem Rücken von Nachhaltigkeit eingespart wird, kann uns allen hinterher keine neue Zukunft erkaufen.
Was ist graue Energie?
Die Energie, die für Gewinnung der Rohstoffe, Herstellung der Baustoffe, Transport und Bau aufgewendet wurde.
Unsere
Veröffentlichungen
Seit BRESTADT im November 2024 das Horten-/Kaufhof-Gebäude erworben hat, setzt sich Architects for Future Bremen für den Erhalt und die Umnutzung des Gebäudes sowie für die Einbindung der Bevölkerung in dessen Zukunft ein.
Hier findet ihr unsere Veröffentlichungen.
Stellungnahme
2.11.2025
Ausführliche Kritik an der Abrissempfehlung für das Kaufhof-Gebäude
Unsere ausführliche Kritik am Bericht zur Machbarkeitsstudie, die BRESTADT in Auftrag gegeben hat, um die Zukunft des Horten-/Kaufhof-Gebäudes zu entscheiden. Wir halten die Studie für fragwürdig, mit nicht nachvollziehbaren Berechnungen zur Ökobilanz und zu den Kosten sowie einem begrenzten Nutzungsvorschlag, ohne dass die Öffentlichkeit einbezogen wurde.Zur StellungnahmeAls PDF herunterladenStellungnahme
2.7.2025
Weiterentwicklung statt Abriss des Kaufhof-Gebäudes Bremen
Wir haben die Abrisspläne der Bausenatorin als vorschnell und aus klimapolitischer Sicht fragwürdig kritisiert. Stattdessen fordern wir eine transparente Prüfung und ernsthafte Weiterentwicklung des Bestands als Chance für nachhaltige Stadtentwicklung.Zur StellungnahmeAls PDF herunterladenStellungnahme
27.11.2024
Zur Diskussion um die Entwicklung des Kaufhof-Gebäudes Bremen
Wir haben die Rahmenbedingungen festgelegt, nach denen die Entwicklung des Horten-/Kaufhof-Gebäudes unserer Ansicht nach erfolgen sollte, wobei der Erhalt des Gebäudes, die Ressourcenschonung und eine inklusive Beteiligung im Vordergrund stehen.Zur StellungnahmeAls PDF herunterladen
Pressemitteilung
2.4.2026
Unterstützung Forderungen von Bremer Klimaschutzpreisträgerin zum Kaufhof-Gebäude
Bremer Kaufhof: Abrissvorhaben stoppen! Planung im Bestand ermöglichen! Beteiligung stärken!
Pressemitteilung
13.2.2026
Bremer:innen verlangen klares Bekenntnis zu ergebnisoffenem Beteiligungsprozess mit möglichem Erhalt
Direkter Brief
15.1.2026
Brief an die Bausenatorin
Pressemitteilung
2.11.2025
Kritik an der Abrissempfehlung für das Kaufhof-Gebäude
Für eine gemeinwohlorientierte und klimafreundliche Zukunft!
Petition unterschreiben„Das grünste Gebäude ist das, das bereits gebaut ist“, schreibt der Architekt Carl Elefante. Ressourcen und Baumaterialien sind heute schon rar und teuer. Und unnötiges Abreißen statt cleverem Umbau und Weiternutzung ist von gestern. Wir glauben: Bremens Zukunft liegt in bestehenden Gebäuden.
Als Architects for Future (A4F) stehen wir solidarisch an der Seite von Fridays for Future und setzen uns dafür ein, die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten und die Erderwärmung auf maximal 1,5 °C zu begrenzen.
Wir arbeiten in und mit der Baubranche, engagieren uns ehrenamtlich und gemeinnützig — sowohl in der Bewegung als auch im Verein — und setzen uns für einen nachhaltigen Wandel im Bauwesen ein.
Wir sind international, überparteilich, autonom und demokratisch organisiert. Unsere Arbeit richtet sich sowohl an Fachleute aus der Baubranche, an die Politik als auch an die gesamte Gesellschaft.
Die Bremer Ortsgruppe gehört zu einer der ca. 50 Ortsgruppen von A4F Größtenteils in Deutschland, aber auch in der Schweiz, Österreich, Niederlande, Dänemark und Pakistan.
Unser Engagement basiert auf den von uns entwickelten 10 Forderungen für eine nachhaltige Bauwende. Damit richten wir uns sowohl an die Baubranche als auch an die gesamte Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, um kooperativ auf allen Ebenen zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten und einen nachhaltigen Wandel in die Wege zu leiten. Gemeinsam setzen wir uns für eine lebenswerte Zukunft ein, die aktiv und positiv durch die Baubranche bereichert und gestaltet wird.
Kontakt
Wir sind ehrenamtlich tätig, deshalb hoffen wir auf Euer Verständnis, wenn unsere Antwort ein paar Tage auf sich warten lässt.






